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TV-Musiksendung Disco im ZDF

Weitere Musiksendungen: 4-3-2-1 Hot an Sweet - Beat-Club - DSDS - Eurovision Song Contest - Formel Eins - Die Hit-Giganten - Musikladen - Ronny's Pop Show - Starparade - Talentschuppen - Die ultimative Chartshow - ZDF Hitparade

„Licht aus – Spot an!“ Wer aus der schon etwas älteren Generation erinnert sich nicht an die legendären Worte Ilja Richters? Sie waren fester Bestandteil und eine Art „Running Gag“ der erfolgreichsten deutschen Musikshow „DISCO“. Dass sie gar nichts mit den vielen berühmten Rockpopstars des Programms zu tun hatten, sondern es sich nur um die Präsentation des Preisrätsel-Siegers handelte, dürfte aber wohl eher entfallen sein. Dessen „absoluter Hauptgewinn“ bestand übrigens lediglich in einem Besuch der Sendung.

In Erinnerung dürfte wohl vielen DISCO-Fans eher der Streit mit dem Vater sein, der statt der ZDF-Sendung lieber zur selben Zeit die Bundesliga-Spiele in der ARD-Sportschau sehen wollte. Diese Auseinandersetzung gab es wenigstens nur alle vier Wochen um 18 Uhr. Dann wurde die Sendung auf 18.45 Uhr verlegt. Ab 1975 begann sie
wegen der hohen Einschaltquoten mit durchschnittlich 20 Millionen Zuschauern kurz vor der „Primetime“ um 19.30 Uhr. Damit war die „DISCO“ des ZDF die erfolgreiche Antwort auf den „Beat-Club“ und „Musikladen“ von Radio Bremen.

Das Erfolgsrezept: Eine Mischung aus Hits und Gags. Die Hits wiederum eine Mischung aus Rock, Pop und Schlager, später auch Neue Deutsche Welle. Eine Musik, der Heerscharen von Teenagern huldigten. Doch trotz des damaligen
Generationen-Konflikts bestaunten auch viele ältere Menschen diese Sendung. Ilja Richter selber war da gerade erst 18 Jahre alt und damit der jüngste deutsche Entertainer. Und das keineswegs unerfahren. Denn schon mit 16 hatte er die Vorgängersendung „4–3-2–1- Hot And Sweet“ moderiert.

Die frühe Karriere verdankte der Berliner vor allem seiner Mutter. Eva Richter, selber ehemalige Schauspielerin, erkannte früh sein Talent. Sie schickte ihm zum Vorsprechen beim Sender Freies Berlin (SFB). So wurde ihr Sohn zum erfolgreichen Kinderstar. Schon mit neun produzierte er sein erstes von 60 Hörspielen, dazu kamen kleinere Filmrollen.

Den Erfolg der Sendung machten deshalb auch seine zahlreichen Sketche aus. Sie waren mal gesungen, mal gespielt. Mal live, mal vorproduziert. Die Musiker sangen ebenfalls gar nicht alle live vor Ort. Internationale Stars betrachteten die Zuschauer oftmals nur im Video. Kultstatus besaß aber nicht nur sein „Licht aus – Spot an“, das das Studiopublikum mit „Womm“ und „Yeah“ beantwortete. Auch seine Begrüßung „Hallo Freunde“ mit der Antwort „Hallo Ilja!“ war legendär.

Trotzdem beendet der stets mit Stoffhose, Sakko und Fliege bekleidete Moderator nach 133 Folgen 1982 die 1971 begonnene Sendung. Richter wollte sich damals mehr auf seine Schauspiel-Karriere konzentrieren. Er spielte in zahlreichen Filmen und Serien mit. Seit 1982 arbeitet er als Schauspieler und Regisseur am Theater. Außerdem synchronisiert er Zeichentrickfilme, verfasst Tageszeitungs-Kolumnen und schrieb mehrere Bücher.
Die „DISCO“-Folgen wiederholten einige Sender, 3sat sogar 25 Jahre lang, von 1984 bis 2009. Anlässlich des 40. Jubiläum begann Ilja Richter 2011 eine Tournee mit den nun in die Jahre gekommenen Stars von damals.
Disco