Springbock.de
Impressum  Datenschutz
Wir nutzen Dienste von Drittanbietern, die Cookies auf Ihrem Gerät speichern um Benutzungsanalysen der Website und personalisierte Anzeigenschaltungen zu ermöglichen. mehr

TV-Musiksendung Musikladen in der ARD

Weitere Musiksendungen: 4-3-2-1 Hot an Sweet - Beat-Club - disco - DSDS - Eurovision Song Contest - Formel Eins - Die Hit-Giganten - Ronny's Pop Show - Starparade - Talentschuppen - Die ultimative Chartshow - ZDF Hitparade

Als 1972 für den Beat-Club endgültig die Lichter ausgingen, produzierte Radio Bremen schon wenige Monate später mit dem Musikladen eine neue Musiksendung für junge Zuschauer. Am 13. Dezember 1972 wurde die erste Ausgabe von insgesamt 90 Folgen gesendet. Der letzte Musikladen lief am 29. November 1984 im Hauptprogramm der ARD. Zusätzlich gab es ab Mai 1974 neunundfünfzigmal den Musikladen extra. Hier wurden einzelne Musiker wie Van Morrison oder Bands wie die Doors ausführlich präsentiert.

Uschi Nerke, die zuvor den Beat-Club moderiert hatte, übernahm den Musikladen. Der Radiomoderator Manfred Sexauer vom Saarländischen Rundfunk stand ihr zur Seite. In einer betont lässigen Studioatmosphäre wurden von Beginn an unterschiedliche Musikstile live dargeboten. Jazz und Country-Musik hatten im Musikladen ebenso ihren Platz wie deutsche Liedermacher.

Das Gästebuch der Sendung liest sich heute wie ein Who is Who der internationalen Popmusik. Alle großen Namen der 1970er und frühen 1980er Jahre sind darin vertreten. Das reicht von Boney M. über Roxy Music und endet noch lange nicht bei Abba. Immer durften auch weniger populäre Bands mit einem ganz speziellen Sound auftreten. So zum Beispiel die Punkgruppe New York Dolls oder mit Motörhead eine der ersten Metal-Bands. Als Reminiszenz an die Zeiten des Beat-Clubs wurden anfangs vier Oldies eingeblendet. Einen davon durften die Zuschauer per Telefonanruf wählen. Der Song mit den meisten Stimmen wurde am Ende der Sendung gezeigt.

Bis Mitte der 1970er Jahre gehörten zur lockeren Art der Sendung auch Auftritte von Ingo Insterburg, Ulrich Roski, Schobert und Black und das Präsentieren der Cartoons von Heiner H. Hoier. Musiker wie Village People, Kim Wilde oder Shakin‘ Stevens legten im Musikladen die ersten Schritte zur späteren großen Karriere zurück. Mike Leckebusch, der Regisseur der Sendung, führte 1980 Musikvideos ein. Zu verschiedenen Titeln wurden Videoclips produziert, was zur damaligen Zeit noch außergewöhnlich war. Ganz und gar unüblich war Leckebuschs Idee, den Musikladen mit Go-Go-Girls aufzupeppen. Ziel war es, auch die Väter der jugendlichen Zuschauer vor den Bildschirm zu locken. Fortan tanzten drei junge Frauen in transparenten T-Shirts und knappen Hotpants, während die Musiker ihren neuesten Song präsentierten.

Auch der Neuen Deutschen Welle (NDW) verhalf der Musikladen zu Ruhm und Ansehen. Joachim Witt sang seinen Hit vom „Goldenen Reiter“. Und Nena hatte von der ganz großen Karriere damals vermutlich „Nur geträumt“. Aber allmählich verschwand die Vielfalt aus der Sendung. Internationale Disco-Acts nahmen den meisten Raum. Die weiterhin tanzenden Go-Go-Girls änderten nichts daran, dass eine gewisse Eintönigkeit in den Musikladen Einzug gehalten hatte. Und so endete am 29. November 1984 mit dem Lied „Do they know it’s Christmas?“ von Band Aid eine Sendung, die heute Kultstatus erlangt hat.
Musikladen