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TV-Musiksendung Talentschuppen in der ARD

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Wer glaubt, Dieter Bohlen habe mit DSDS den Startschuss für eine wahre Flut von Castingshows gegeben, irrt. Die Idee, aufstrebenden Künstlertalenten die Chance zu geben, sich im TV einem breiten Publikum zu präsentieren, wurde schon in den wilden Sechzigern geboren: Im Jahr 1966 übertrug der Südwestfunk (SWF) Baden Baden den ersten Talentschuppen in die deutschen Wohnzimmer.


Das Konzept der bald legendären Musikshow war ebenso simpel wie spannend: Jede Woche öffnete Moderator Dieter Pröttel seinen Talentschuppen für junge Sängerinnen und Sänger, die ihr Können unter Beweis stellen wollten. Plattenverträge wie bei DSDS konnten die Nachwuchskünstler damals zwar noch nicht gewinnen, dafür aber medienwirksame Folgeauftritte: Wer mit ausdrucksstarker Stimme oder einer mitreißenden Show überzeugen konnte, war in der nächsten Ausgabe wieder dabei.

Was für die damalige Zeit ein revolutionäres Showexperiment mit ungewissem Ausgang war, sollte sich schnell zum wöchentlichen Dauerbrenner mit Kultcharakter entwickeln: Jede Woche schalteten Scharen musikbegeisterter Zuschauer ein, um mit ihren Lieblingen unter den Gesangstalenten mitzufiebern. Die Bühnenshows der Nachwuchskünstler entwickelten sich schnell zum Gesprächsstoff unter den Fans des wöchentlichen Musikevents – eine Begeisterung, die den aufmerksamen Musikproduzenten natürlich nicht entging.

So sollte der legendäre Talentschuppen für eine ganze Reihe junger Künstler wie Juliane Werding und Michel Schanze, Ute Lemper und Hape Kerkeling, Joy Fleming und Reinhard Mey zum Sprungbrett für eine steile Karriere werden. Doch auch Moderationstalente wurden beim Südwestfunk entdeckt: Nachdem Dieter Pröttel (1966-1973 und 1982-1984) und zwischenzeitlich Bill Ramsey die Show moderierten, führten im letzen Erscheinungsjahr des Castingklassikers auch junge Moderatoren wie Klaus-Peter Grap oder Jörg Knör durch die beliebte Sendung.

1985 fiel die letzte Klappe des Talentschuppens – und das mit einer Bilanz, die sich auch heute noch sehen lassen kann: knapp 20 Jahre gelebte TV-Musikgeschichte und die Entdeckung zahlreicher Nachwuchstalente für das deutsche Showbusiness.
Talentschuppen